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Mein Mobilitätskonzept

Von den Niederlanden sind wir rund 30 Kilometer entfernt. Verkehrspolitisch trennen uns Welten: Bei den Nachbarn flitzen die Fietze auf eigenen Routen an den Autos vorbei. 40 bis 50 Prozent der Autofahrten in deutschen Großstädten sind wenigerals fünf Kilometer lang. Eine Entfernung, die für viele Menschen mit dem Rad gut zu machen wäre.

Viele pendeln zur Arbeit aus Moers in die umliegenden Metropolen. Überwiegend mit dem Auto.

Woran liegt das? Wie können wir das ändern?

Der öffentliche Nahverkehr zeichnet sich durch hohe Preise, schlecht aufeinander abgestimmtes Fahrpläne und zu geringe Taktung vor allem abends und am Wochenende aus.

Im Geltungsbereich des Regionalverbandes Ruhr (Moers gehört dazu) finden 58 % des Berufsverkehrs mit dem PKW statt, nur 10 % mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), nur 9 % mit dem Rad und 23 % zu Fuß. Berufstätige aus und in Moers stehen am Morgen und am Nachmittag oft im Stau – dies bei einer Auspendlerquote von fast 30 % und nahezu ebenso vielen Einpendlern. 

> Der Nahverkehr muss preiswerter, komfortabler und besser aufeinander abgestimmt werden. Damit Moers in die regionalen und grenzüberschreitenden Verkehrsnetze eingebunden werden kann, bedarf es überörtlicher Zusammenarbeit weit über den Kreis Wesel hinaus. Das Mobilitätskonzept des Regionalverbandes Ruhr zeigt hier in die richtige Richtung. Tarife vereinheitlichen, Preise senken, für mehr Busse und Bahnen sorgen, vor allem am Abend und am Wochenende – und das in ganz Moers.

> Öffentlicher Nahverkehr ist Grundversorgung und gehört langfristig wieder in die öffentliche Hand! Dieses Ziel muss die Stadt Moers gemeinsam mit den umliegenden Kreisen und Kommunen anstreben.

> Schiene stärker nutzen, perspektivisch auch die Straßenbahnschiene oder die schienenlose Straßenbahn. Der neue Regional-Express 44 ist ein guter Anfang. Wir brauchen aber eine direkte und schnelle Verbindung in die Landeshauptstadt – morgens und abends im Halbstundentakt! Das macht Moers als Wohn- und Arbeitsort attraktiv!

Moers an Radschnellwege anbinden.

Das fördert auch den regionalen, sanften Tourismus (Fahrradregion Niederrhein, Ruhr, Emscher, Lippe)

Die zu starke Ausrichtung auf Autos führt zur Überlastung des Straßenraums. Das Nachsehen haben Radfahrer*innen und Fußgänger*innen. Lebens- und Spielraum wird durch parkende Autos besetzt, auch auf Plätzen wie dem Kastellplatz und dem Neumarkt.

> Mehr Platz für Kinder und Familien, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen durch Konzentration des fahrenden und parkenden Autoverkehrs, stattdessen Shuttel-Service in die Innenstadt einrichten und Leih- und Lastenräder fördern.

Besonders die Wege der schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen (Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen) sind gefährlich, weil Querungshilfen fehlen, Fuß-, Rad- und PKW-Spuren an allen großen innerstädtischen Kreuzungen unübersichtlich vermischt sind (Krefelder Straße / Neuer Wall, Uerdinger Straße / Neuer Wall, Kleverstraße/Homberger Straße.

Die berechtigte Sorge um ihre Kinder veranlasst viele Eltern, diese mit dem PKW in die Schule oder den Kindergarten/die Kita zu fahren: dadurch wird das Problem größer, nicht kleiner.

> Investition in ein sicheres Radwegenetz und sichere Schulwege.

Tempo 30 in der Innenstadt macht die Straßen für alle sicherer!

Die Priorität des PKW-Verkehrs belastet durch CO2-Ausstoß, Flächenversieglung und Lärm die Umwelt und die Menschen in unserer Stadt.

> Moderne, umweltfreundliche Antriebe fördern, Elektrofahrräder einsetzen, auch zum Lasten- und Familientransport: Kaufprämie für E-Lastenräder!

Derzeit gibt es im Moerser Innenstadtgebiet 4×2 E-Tankstellen. Wie soll damit E-Mobilität attraktiv werden?

> Infrastruktur für einen zukünftigen Verkehrsmix schaffen: Wir brauchen mehr E-Tankstellen, Wasserstoffbusse und CNG-Tankstellen (Erdgas).

> Das Schmuddelparkhaus in der Kautzstraße sanieren, Kastellplatz und Neumarkt höherwertiger Nutzung zuführen (siehe mein Platzkonzept).

Eine Antwort auf „Mein Mobilitätskonzept“

Hallo Frau Finkele,
Ich würde mich freuen, wenn Sie die Wahl zur Bürgermeisterin gewinnen würden, ihre Vorstellung und ihr Wahlprogramm gefällt mir !
Wir leben in Kapellen, wir fühlen uns in Moers sehr wohl, lieben das Stadtzentrum mit Schlosspark und ziehen gerne unsere Kinder hier auf. Zu ihrem Fahrradkonzept möchte ich folgendes beitragen: Wir wohnen in unmittelbarer Nähe der Krefelder Straße und an der Ampelkreuzung nach Neukirchen. Und trotzdem kann ich es nicht wagen, meine Kinder mit dem Rad auf den Weg nach Neukirchen mitzunehmen, oder sie alleine zum Milch holen zum Tenwinkelshof zu schicken. Eine großartige Möglichkeit einzukaufen, wie ich finde, ca. 1000 Meter entfernt von unserer Haustür. Aber dadurch , dass es keinen Radweg auf dieser Landstraße gibt und die Autos da nunmal 100 km/h fahren dürfen, ist es schlicht zu gefährlich für Kinder, diese Strasse in den Nachbarort zu benutzen. Wenn es einen Radweg geben würde, könnte man auch das Schulzentrum in Neukirchen-Vluyn ins Auge fassen, aber ohne diese Möglichkeit ist uns das alles zu unsicher.
Ebenso der Radweg auf der Krefelder Strasse Richtung Moers Stadtmitte …er endet hinter Kapellen plötzlich…erst auf Höhe vom Hotel van der Valk beginnt er wieder. Das verstehen wir aus Kapellen alle nicht.
Wäre dieses Stück nicht unterbrochen, könnten man viel sicherer und schneller mit dem Rad in die Stadtmitte fahren. Ich habe schon oft im Winter schlecht sichtbare Schüler (was sie zugegebenermaßen selbst Schuld sind) auf diesem Stück Straße fahren sehen, und immer gedacht, kommt bloß heil an…ich würde mir wünschen, dass dieses Stück Straße mit einem Radweg ausgestattet wird. Vielleicht kommt es ja nochmal in ihren Fokus.
Ich drücke ihnen wirklich die Daumen für ihre Wahl.
Mit freundlichen Grüßen

Sonja Kiehne

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